Irlandinfos / Reiseberichte & Tipps

Das erste Mal Irland – Reisebericht Teil 1

Erste Irlandreise - Reisebericht Teil 1

Wer meinen Artikel “Lass uns gemeinsam das Irland-Fernweh lindern!” gelesen hat, der weiß, dass Irland schon eine große Anziehungskraft auf mich hatte, noch lange bevor ich überhaupt dort war. Schon als Kind wusste ich, dass ich da mal hinmöchte, obwohl ich da im Grunde noch gar nichts über das Land wusste. Auch irische Musik hat schon immer etwas in mir ausgelöst. Im Februar 2013, als ich 27 Jahre alt war, war es dann endlich so weit: Ich konnte das Land meiner Träume live und in Farbe erleben. Meine Irish Dance Lehrerin organisierte für uns einen Tanz-Workshop in Irland. Damit ging ein weiterer Traum in Erfüllung: Irish Dance in Irland zu tanzen.

Leider habe ich damals kein Tagebuch über diese Reise geführt. Da wusste ich auch noch nicht, dass ich später mal bloggen würde. ; ) Aber ich versuche meine Erinnerungen für Dich so gut es geht nochmal zusammenzukratzen.

Tag 1 – Anfahrt mit Hindernissen

Ich konnte es kaum fassen, dass ich endlich in mein geliebtes Irland reisen würde. Beim Hinflug hörte ich irische Musik, um mich schon ein bisschen darauf einzustimmen. ; ) Wir flogen mit Aer Lingus von München aus nach Dublin. Unsere “Reisegruppe” bestand aus 17 Tänzer*innen.

Oh wie schön war es, Irland beim Anflug von oben zu sehen. Als wir am Flughafen ankamen und ich die irischen Akzente um mich herum hörte, fühlte ich mich schon unglaublich wohl. Es fühlte sich an, wie “zu Hause” angekommen zu sein. Als hätte mich dieses Land von der ersten Sekunde an umarmt. Ein Gefühl, das viele Irlandfans bei der Ankunft in sich tragen.

Auf nach Killaloe, County Clare

Mit Mietwägen ging es weiter zu unseren Unterkünften in Killaloe. Wir hatten zwar Navis dabei, jedoch konnten uns diese nicht den kompletten Weg zu unseren Ferienhäusern zeigen. Der Grund: Diese hatten keine Adresse (Straße, Hausnummer). Das ist in Irland teilweise gar nicht so unüblich. Und auch bei der Schreibweise eines Ortsnamens kann es auf Schildern etc. Variationen geben. Ich würde daher immer empfehlen, neben dem Navigationsgerät auch noch eine Landkarte mitzunehmen. ; ) Wir hatten aber eine Anfahrtsbeschreibung mit im Gepäck.

On the road in Ireland… : )

Die Fahrt empfand ich schon als sehr aufregend. Das erste Mal Linksverkehr erleben, die irischen Landschaften, durch die wir fuhren… ich glaube, ich fühlte mich wie ein Kind unterm Christbaum. In Killaloe angekommen, hatten wir uns einmal verfahren, dann aber relativ schnell die Unterkünfte entdeckt.

Doppeltes Pech, aber auch große, irische Hilfsbereitschaft

Nach und nach trudelten alle aus unserer Gruppe am Zielort ein. Nur ein Auto fehlte noch… Hier hatte das Pech leider gleich doppelt zugeschlagen. Auf dem Weg nach Killaloe haben sich gleich zwei Reifen des Mietwagens ins Jenseits begeben. Da es schon so lange her ist und ich nicht in dem Auto saß, weiß ich den genauen Hergang leider nicht mehr, aber mindestens einer der beiden Reifen war sogar geplatzt. Ein Einheimischer, der den Knall hörte, kam den Mädels sofort zu Hilfe, um den Reifen zu wechseln. Wann genau sich auch der zweite Reifen “verabschiedet” hatte, weiß ich leider nicht mehr, aber auch bei der weiteren Abwicklung (Fahrt, Kommunikation mit der Werkstatt, etc.) boten die Iren eine sehr große Hilfsbereitschaft an. Ein im wahrsten Sinne des Wortes holpriger Start in die Reise, aber wo ein Problem ist, gibt es ja Gott sei Dank auch immer eine Lösung. : )

Unsere Ferienhäuser – “Lakeside Holiday Homes” in Killaloe

Nachdem wir unsere Ferienhäuser bezogen hatten, mussten wir natürlich auch noch für Verpflegung sorgen. Wir fuhren in Killaloe einkaufen. Meine grüne Einkaufstasche von “Heaney’s Costcutter”, die ich dabei für zwei Euro erworben hatte, benutze ich immer noch sehr gerne. : )

Tag 2 – Ausflug zum Rock of Cashel (Carraig Phádraig)

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zum Rock of Cashel in County Tipperary, auch genannt “St. Patrick’s Rock” oder “Cashel of the Kings“. Seine Geschichte geht zurück bis ins 4. / 5. Jahrhundert. Er galt als Sitz der High Kings (Hochkönige) von Munster. Zu dieser Sehenswürdigkeit gibt es viele Legenden. An diesem Ort soll St. Patrick König Aengus zum Christentum bekehrt haben, was diesen zum ersten Herrscher Irlands machte, der diese Religion ausübte. Auch Brian Boru, der eine große Rolle in der irischen Geschichte spielt, soll dort zum Hochkönig gekrönt worden sein. Im 12. Jahrhundert wurde der Rock of Cashel der Kirche geschenkt. Die meisten der Bauten stammen aus dieser Zeit.

Mystische Ruinen, ein ganzer Komplex für uns alleine

Unsere Fahrten in Irland waren auch teilweise abenteuerlich. Unser Navigationsgerät führte uns über die kleinsten Straßen, die nahezu schon als “Feldwege” bezeichnet werden konnten. Aber siehe da, die Wege führten tatsächlich immer wieder auf die Hauptstraße und wir kamen immer am gewünschten Ziel an. ; )
Da wir im Februar dort waren, also außerhalb jeglicher Hauptreisezeit, hatten wir diese Sehenswürdigkeit nahezu für uns allein. Ich bin nicht mehr sicher, aber ich glaube, sogar der Eintritt in das Innere der Festung war damals vergünstigt. Ich würde für Irland generell eher die Nebensaison empfehlen, da die Umgebung sehr viel intensiver und inniger wahrgenommen werden kann, wenn nicht noch gefühlt “Tausend” andere Leutchen mit Kameras um einen herumgeistern. ; )

Schon auf dem Weg vom Örtchen Cashel hinauf zum “Rock“, machte sich in mir eine mystische Stimmung breit. Krähen auf alten Steinbauten, dazu graues Wetter machten diese Stimmung perfekt. Um diesen berühmten Felsen rankt sich auch die Legende, dass der Teufel diesen aus einem Berg (heute “Devil’s Bit” genannt) gebissen und an dieser Stelle ausgespuckt haben soll. Da gab es wohl Reibereien mit St. Patrick. ; ) Hier habe ich eine recht schön geschriebene (englische) Version der Legende entdeckt: https://anoige.ie/the-legend-of-the-rock-of-cashel/. Aber ich denke, wie bei vielen Legenden, wird es auch hier und da etwas verschiedene Versionen geben.

Und sie ruhen in Frieden…

Auf dem Außengelände befindet sich ein Friedhof. Man sieht den meisten Gräbern ihr Alter an. Einige von ihnen sind mit großen keltischen Kreuzen versehen. Irgendwie strahlen irische Friedhöfe eine gewisse Ruhe aus, finde ich. Die nicht all zu strikte Anordnung der Gräber, die keltischen Verzierungen und drumherum das irische Grün. Für mich ergibt sich daraus eine leicht mystische, aber auch sehr friedliche Wirkung, eine gewisse Natürlichkeit und “Ursprünglichkeit“. Ich muss gestehen, ich weiß nicht, wie ich es genau beschreiben soll. Aber vielleicht empfindest Du das Gefühl hier ähnlich und weißt, was ich meine.

Ein kleiner Wermutstropfen war allerdings, dass zu dieser Zeit ein Teil der Bauten in Metallgerüste eingehüllt war. Aber selbstverständlich will diese Sehenswürdigkeit ja auch noch vielen weiteren Generationen erhalten bleiben. ; )

Wilde, irlandverrückte Tanzmeute stürmt Souvenirladen …

… zur Freude der unglaublich lieben Verkäuferin. ; ) Ganz in der Nähe des Rock of Cashel befindet sich der “Cashel Woollen Store“. Auf dem Rückweg haben wir diesem noch einen Besuch abgestattet. Da es zu dieser Zeit wohl eher ruhiger dort ist, war unsere Gruppe wahrscheinlich wie eine wilde Meute, die gerade dort einfällt. Die Verkäuferin des Ladens hatte sich sehr auf den zahlreichen Besuch aus Deutschland gefreut. Ich glaube, da ist niemand von uns mit leeren Händen rausgegangen. Neben Wollprodukten gab es auch jede Menge weiterer Andenken zu entdecken.

Es ergaben sich sehr nette Gespräche mit der wundervollen Lady des Hauses. Sie erzählte uns unter anderem sogar die Legende der “Children of Lir“, erklärte die Bedeutung von irischen Symbolen und hatte für alle von uns super liebe Worte auf den Lippen, die sie mit Begeisterung verlauten ließ. Dort hatte ich damals meine Irland-Flagge gekauft. Dieses Souvenir empfand sie an der Kasse auch als “very important“. Was soll ich sagen, da stimme ich ihr voll und ganz zu. ; )

Warum waren wir eigentlich nochmal nach Irland gereist?

Achja, da war ja auch noch der Irish Dance Workshop. ; ) Nach unserem Ausflug kehrten wir wieder zu unseren Ferienhäusern zurück. An unserem ersten Workshoptag wurden wir von dort aus “abgeholt”. Unser dortiger Irish Dance Trainer, der den Workshop abhielt fuhr voraus, um uns zu zeigen, wo wir die nächsten Tage hin müssen. Der Workshop-Ort war ca. 10 Minuten Autofahrt von Killaloe aus entfernt. Auch hier gab es wohl keine Adresse, die man in ein Navi eingeben hätte können. Leider weiß ich den Namen des Ortes nicht mehr (Schande über mein gesenktes Haupt…).

Der Workshop fand nicht in einem Tanzstudio statt. Es war eher eine Art Pub mit einer größeren Tanzfläche und einer kleinen Bühne. Das Interessante daran war, der Raum wurde nicht über Heizungen erwärmt, sondern mit einem ziemlich großen “Heizlüfter” (oder wie auch immer man dieses “Mini-Flammen-Inferno” offiziell nennt). Dieser funktionierte tatsächlich mit einer richtigen Flamme. Ich bin nicht sicher, ob dieser wirklich für den Innengebrauch bestimmt war, aber über die Heizkraft konnte man nicht meckern. Wobei das Tanztraining allein auch schon eine sehr einheizende Wirkung hat. ; )
Irland sehen und dort noch meine Irish Dance Leidenschaft auszuleben, zwei Träume, die sich erfüllten…

To be continued…

Wenn Du bis hierhin gekommen bist, sage ich schonmal Danke fürs fleißige Lesen. ; ) Wenn Du weiter mit mir auf Erinnerungsreise gehen willst, findest Du hier die weiteren drei Teile meines Reiseberichtes über meinen ersten, langersehnten Aufenthalt in Irland:

Teil 2: Sightseeing in Killaloe; Der Moment, der mich wieder zum Kind werden ließ…

Teil 3: Darin geht es in die Burren-Landschaft, zum Fanore Beach und zu den Cliffs of Moher.

Teil 4: Irish Dance Wettkampf in Mullingar und die spannende Suche nach dem Slane Farm Hostel

Warst Du schonmal auf der grünen Insel? Oder hast Du auch bereits eine große Sehnsucht nach ihr, obwohl Du noch gar nicht dort warst?

Ich freue mich, von Dir zu hören!

Slán go fóill, a chara – Bye for now my friend
(Aussprache: „Slaan go foil a chara“)

Susi ☘️

Keine Kommentare vorhanden

    Schreibe einen Kommentar